Jubiläum - 50 Jahre

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INTERTON TRIO

Helmut Sauer
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Das "Interton-Trio" spielt seit 40 Jahren ...

Das "Interton-Trio" spielt seit 40 Jahren mit unveränderter Besetzung


Sie haben "die Beine von Dolores" und die "blaue Nacht am Hafen" besungen, "Marina" rhythmisch auf die Sprünge geholfen und von verführerischen "Spanish Eyes" geschwärmt. Gezählt, wie oft sie auf der Bühne standen, um bei Bällen, bunten Abenden, Vereinsfesten oder privaten Feiern die Gäste zu unterhalten, haben Helmut Sauer, Hans Lenk und Karlheinz Kastner aus Dreieich nicht. Im Rhein-Main-Gebiet, Luxemburg, Hamburg und Dresden sind sie schon aufgetreten: Morgen hat das "Interton-Trio" in eigener Sache Grund zum Feiern: Die Band wird 40 Jahre alt - ein Jubiläum, das seinesgleichen sucht: In Deutschland ist keine Musikgruppe bekannt, die so lange in unveränderter Besetzung zusammen spielt.

Bereits seit der Grundschule kennen sich Lenk und Sauer, der Gitarre spielt und als Bandleader firmiert. Lenk läßt bei den Auftritten seine Finger über die Tasten von Akkordeon und Orgel gleiten, während Kastner den Kontrabaß zupft oder hinter dem Schlagzeug sitzt. Schon zu Kinderzeiten habe man "irgendwie mit Musik zu tun gehabt". Als Jugendliche marschierten Sauer und Lenk zur Musikschule, hatten aber weitaus mehr Spaß daran, anstelle klassischer Kompositionen flotte Schlagermelodien zu üben. Eines Abends wurde Sauer auf einer Party auf Kastner aufmerksam, der gerne Musik machen wollte, aber kein Instrument spielen konnte. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg, dachten sie sich: Nach drei Wochen hatte Kastner Auftrittsreife am Baß erlangt; ähnlich schnell beherrschte er das Schlagzeug.

Die Krise einer Profi-Musikgruppe erwies sich als Glücksfall: Das "Interton-Trio" aus der Schweiz löste sich Ende 1964 auf; ihre Frankfurter Agentur suchte Ersatz, der von einem Tag zum anderen die Verträge übernehmen und drei Monate lang jeden Abend spielen konnte. Sauer und Kollegen zögerten nicht: Das neue "Interton-Trio" war geboren. Die Band machte sich schnell einen Namen, lernte seine Größen der leichten Muse wie Hazy Osterwald und James Last kennen, die ihnen gute Ratschläge gaben. Von Osterwald lernten sie, daß es "nicht unbedingt eine Katastrophe" bedeute, wenn man einmal einen falschen Ton spiele, man müsse es nur "locker rüberbringen". Und er gab dem damals noch nicht so routinierten Gitarristen Sauer den Tip, nicht ständig auf seine Finger, sondern ins Publikum zu schauen.

Bald stand die Band "mit einem Fuß im Profi-Geschäft". Tagsüber gingen die Musiker ihrem "normalen" Beruf nach, was sich bis heute nicht geändert hat: Lenk, inzwischen 57 Jahre alt, ist bei der Bundesagentur für Arbeit in Frankfurt für stellenlose Piloten zuständig. Der gleichaltrige Sauer ist kaufmännischer Angestellter bei einem Frankfurter Marktforschungsunternehmen und Kastner, mit 60 Jahren "Senior" der Gruppe, selbständiger Einzelhändler. Ende der sechziger Jahre reizten lukrative Angebote, darunter ein Fünfjahresvertrag als Kapelle für Karibik-Kreuzfahrten. Die Entscheidung, entweder Berufsmusiker zu werden oder die Musik weiterhin als Hobby zu betreiben, sei für ihn, der damals schon Beamter war, "die schwierigste" gewesen, sagte Lenk. Nach "schlaflosen Wochen" entschied er sich, dem Amt treu zu bleiben. Die beiden anderen akzeptierten dies: Man spielte weiterhin zusammen, verabschiedete sich aber von Profi-Träumen.

Eine schlaflose Nacht verbrachte Sauer allerdings aus einem ganz anderen Grund: Das "Interton-Trio" war von einem renommierten Unternehmen für eine Abendveranstaltung engagiert worden. Sauer verbrachte einen vergnüglichen Abend in einer Sauna, erst bei Heimkehr wurde er gewahr: Just an diesem Tag hätte die Band bei der "Riesen-Geschäftsparty" auftreten sollen. Den Termin hatte Sauer im wahrsten Sinne des Wortes verschwitzt. So etwas passiere einmal und nicht wieder, nahm sich der Bandleader vor. Weitere Pannen dieser Art gab es nicht mehr.

Seit etwa 15 Jahren verzichten Sauer, Lenk und Kastner nicht immer, aber immer öfter auf den Verstärker und machen "Musik in Naturbesetzung": Gitarre, Akkordeon und Baß. Damit sei man "konkurrenzlos", so Sauer. Das Publikum wisse die leiseren Töne zu schätzen. "Man ist näher an den Leuten dran; die Stimmung ist besser", schilderte Lenk seine Eindrücke. Gemeinsam mit den Sängerinnen Karin Rauschen und Barbara Kornek nahm das "Interton-Trio" im vergangenen Jahr eine Advents-CD zugunsten des Altenpflegeheims "Haus Dietrichsroth" in Dreieichenhain auf. Auftritte in Pflegeheimen oder bei Benefizveranstaltungen sind für die Bandmitglieder selbstverständlich. Manchmal flössen Tränen; erst kürzlich habe eine bis dahin apathische Frau im Rollstuhl plötzlich mitgeklatscht.

Mit dem Programm "Waterkant am Main: Lieder von Wind und Wellen" tritt die Gruppe gemeinsam mit Sängerin Rauschen demnächst auf einem Schiff der Frankfurter Primus-Linie auf; abgelegt wird am 21. Oktober und 27. November am Eisernen Steg in Frankfurt.

Zuvor wird eine Jubiläumsparty gefeiert: Morgen um 20 Uhr im Bürgerhaus Sprendlingen will das "Interton-Trio die vergangenen 40 Jahre Revue passieren lassen. Zahlreiche Musikerkollegen wirken mit; der Eintritt ist frei. Wenn es nach Sauer, Lenk und Kastner geht, ist in zehn Jahren eine weitere Feier fällig: Mindestens bis zum "Fünfzigjährigen" will das "Interton-Trio" weitermachen. "Wenn wir das schaffen", sagte Sauer, "dann sind wir Weltmeister".

Autor: Herr Schwarz
 


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