Jubiläum - 50 Jahre

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INTERTON TRIO

Helmut Sauer
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63303 Dreieich

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Musik als Lebenselixier

INTERVIEW Interton Trio musste im Coronjahr große Träume begraben

Dreieich – Es sollte ein ganz großes Jahr werden in der Geschichte des Interton Trios. Seit 55 Jahren machen Helmut Sauer (Gitarre), Hans Lenk (Akkordeon) und Karlheinz Kastner (Bass) zusammen Musik – damit können die Dreieicher für sich reklamieren, die älteste Band Deutschlands zu sein. Zum Jubiläum wollten es die drei Haudegen richtig krachen lassen, doch die Gala musste abgeblasen werden. Auch alle sonstigen Pläne gingen coronabedingt den Bach runter. Ein Gespräch mit Bandleader Helmut Sauer.

Herr Sauer, wann hat das Interton Trio zum letzten Mal gemeinsam musiziert?

Am 15. Februar und dann haben wir noch einmal einige Lieder anlässlich einer goldenen Hochzeit am 2. Oktober gespielt – natürlich mit Abstand und unter Einhaltung der sonstigen Corona-Regeln.

Wie sehr fehlt Ihnen die Musik?

Mehr als ich mir jemals vorstellen konnte! Man lernt leider Dinge oft immer erst schätzen, wenn sie weg sind. Hoffentlich nicht auf immer.

Das Interton Trio wollte Anfang Oktober ganz groß mit einer Jubiläums-Gala das 55-jährige Bestehen feiern. Corona hat Ihnen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Hat die Band denn wenigstens im kleinen Kreis ein bisschen gefeiert?

Nein, haben wir nicht. Wir halten uns strikt an die Corona-Vorschriften. Wir möchten uns für die Risikogruppen, zu der wir ja auch gehören, vorbildlich verhalten. Wir haben ab und zu telefonische Besprechungen um den Kontakt zu erhalten.

2005 ist vom Interton Trio die CD „Adventsmarkt auf dem Lindenplatz“ erschienen, mit deren Erlös die Bürgerhilfe Dreieich – der Förderverein des Hauses Dietrichsroth – unterstützt wird. Aus diesem Anlass wollten Sie in der Vorweihnachtszeit ein Konzert organisieren, auch als Trostpflaster für all die abgesagten Veranstaltungen. Was ist aus der Idee geworden?

Die Idee steht noch immer im Raum. Ich habe Gespräche mit Bürgerhauschef Benjamin Halberstadt geführt, wie er gegebenenfalls helfen könnte. Vielleicht gibt es im Dezember die Möglichkeit, ein kleines Konzert im Freien zu machen. Die Schirmherrschaft würde dann Stadtverordnetenvorsteherin Bettina Schmitt übernehmen. Das Ergebnis ist insbesondere wegen der sich ständig ändernden Vorgaben offen. Corona zeigt, dass die beste Organisation gegen ein solches Virus keine Chance hat.

Wie viele CDs wurden in den 15 Jahren verkauft und was konnte mit dem Erlös alles bewerkstelligt werden?

Wir haben 1800 CDs verkauft. Von dem Geld wurden ein Badewannenlifter sowie Spezialmatratzen für das Haus Dietrichsroth angeschafft, die das wundliegen der Bewohner verhindern. Die Nachfrage ist bis heute gut. So hat beispielsweise Oliver Giehl von der Brunnen-Apotheke 2019 CDs für mehr als 350 Euro zugunsten der Bürgerhilfe umgesetzt.

Es gibt ja leider keine großen Verkaufsmengen mehr von der CD „Adventsmarkt auf dem Lindenplatz“- Haben Sie trotzdem noch einen Wunsch bezüglich der CD?

Ja, ein großes Anliegen ist mir, das Lied an  die nächste Musikergeneration zu übergeben. Ich denke, das Titellied ist kulturell wertvoll für unsere Stadt. Ich würde mich freuen, wenn ein Dreieicher Kinder- oder Jugendchor das Lied einstudieren würde und danach eine Verbreitung über die Schulchöre der Stadt realisiert werden könnte.

Das Interview führte Frank Mahn

Alle schon über die 70, aber die Musik immer noch im Blut: Karlheinz Kastner, Hans Lenk und Helmut Sauer (von  links) vermissen die gemeinsamen Auftritte.  FOTO: KONI MERZ